Etwas über den Fischbestand am Neckar

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Hans
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Etwas über den Fischbestand am Neckar

Beitragvon Hans » 12.06.2022, 11:58

Hallo Freunde, hier habe ich etwas über den Fischbestand am Neckar gefunden. https://www.swr.de/swraktuell/baden-wue ... t-100.html
Gruß Hans
Neckar Abschnitt 9

HHSCHOCK
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Re: Etwas über den Fischbestand am Neckar

Beitragvon HHSCHOCK » 12.06.2022, 17:33

Es sollten alle diesen Link an unsere Umweltministerin BW senden fragen was sie zu tun gewillt ist.

dark snapper
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Re: Etwas über den Fischbestand am Neckar

Beitragvon dark snapper » 12.06.2022, 22:15

Hallo und guten Abend!

Ich hab` mir den besagten Artikel mehrfach durchgelesen und mir sind einige "Einschätzungen" der Lage seitens Herrn Frank Hartmann, Leiter der Fischereibehörde des Regierungspräsidiums Karlsruhe aufgefallen:

(Vlt. sollte ich noch erwähnen, daß ich genau aus dem besagten Gebiet stamme und hier bereits seit mehr als vierzig Jahren mehr oder weniger angeln gehe!)

- Vor allem stellt sich bei mir die grundsätzliche Frage, woher Herr Hartmann diese wissenschaftlichen Ergebnisse hernimmt? Einen detaillierten
Bezug hierzu zu nennen, wäre nicht schlecht!

Ich bin ja grundsätzlich gleicher Meinung in Bezug auf den Rückgang (Anzahl) unserer "ehemals" heimischen Fischarten und deren Fang!

- Stauwehre und Schiffsverkehr (!) gibt`s hier schon seit ich denken kann, sprich über 50 Jahre....! (Zitat F. Hartmann: Frachtschiffe wirbeln jede
Menge Sedimente auf, es gibt kaum naturbelassene Uferbereiche, wo sich vor allem Jungfische verstecken können.)

- Kurz zu "unserer relativ neuen Fischkinderstube": Diese wird mehr durch die Bevölkerung frequentiert (Naherholungsgebiet) als den darin lebenden
Fischen inklusive Brut Recht sein dürfte!!?

- Es setzt sich genau dieses fort, was einst, gut gemeint, mit dem Erschaffen der Naturschutzgebiete "Unterer Neckar", die ich auch direkt vor der
Haustüre habe - es werden Naherholungsgebiete für die Bevölkerung, allerdings im negativem Sinne! (Camping mit offenem Feuer, Badeplatz für
die Vierbeiner, sportbegeisterte Stromschnellenpaddler, Cliquen-Treff mit Saufgelage und jede Menge an Unrat /Abfall und zu guter Letzt unsere
eigenen Angelkollegen, die einfach besagte zeitliche Angelverbote ignorieren!)

Was ich damit sagen will...

Ist das besagte "Schrumpfen der Fische im Neckar" wirklich nur auf die paar Zeilen zurückzuführen, die wir im verlinkten Text zu lesen bekommen,
nein, mit Sicherheit nicht!!!

Meines Erachtens bedarf es hier viel mehr Aufklärung der Bevölkerung seitens des Landesumweltministeriums aber leider auch mehr Kontrollen, was besagte Naturschutzgebiete betrifft!

(Mit den "Wildbienen" ging es doch auch bisher zumindest in die richtige Richtung!)

Danke für`s Lesen meiner Meinung und schönen Abend!

dark snapper

(Bernd)
... nur wer am Wasser ist, kann was fangen und mitreden! ...
(Mein Neckarabschnitt ist der "0-er")

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Hans
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Re: Etwas über den Fischbestand am Neckar

Beitragvon Hans » 13.06.2022, 01:04

Danke Bernd für deine interessanten Gedanken.
Gruß Hans
Neckar Abschnitt 9

abborre
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Re: Etwas über den Fischbestand am Neckar

Beitragvon abborre » 15.06.2022, 11:58

Ich darf mich als Neuling auch kurz vorstellen.
Ich bin der Timo und hab knappe 50 Lenzen auf dem Buckel.
Ich angle seit 40 Jahren an der 1er Strecke am Neckar (Flusskilometer 36-85,8: Rainbach - Neckarzimmern /Fisch-Hegegemeinschaft Bad. Hess. Neckartal e.V.)
Erstmal vielen Dank dir Hans für diesen Beitrag......dieser Beitrag ist der Grund warum ich mich überhaupt hier mal melde.
Es ist leider eine traurige Wahrheit das der Fischbestand( ich beziehe mich ausschließlich auf diese 1er Strecke) immer mehr zum Teufel geht.
Ich als eingefleischter Raubfischangler merke seit einigen Jahren das es mit den Zander/Barschbeständen immer schwieriger wird....!
Die Gründe hierfür ...tja das ist das große Thema!!
Mein Schreiben hier, sollte ein Austausch der Angler sein, die diese Strecke befischen.
Ich für meinen Teil denke die Gründe des Raubfischrückganges könnten sein:
- zuwenig Todholzbestände die als Ablaichhilfe der Zander/Barsche dienen.
- Eine mögliche starke Sogwirkung der Frachtschiffe, in wiefern diese den Laich von den Laichstandorten wegziehen... das weiß ich halt nicht. Vielleicht ist da hier im Forum jemand dabei der da mehr Ahnung hat.
- Zu großer Welsbestand???

In wieweit ein möglicher Besatz jährlich in dieser Strecke gemacht wird, entzieht sich meiner Kenntnis! Das ist ein großer Grund warum viele Angler die ich hier auf dieser Strecke kenne, sehr unzufrieden mit der Fisch-Hegegemeinschaft Bad. Hess. Neckartal e.V. sind.
Es gibt KEINEN Informationsfluß seitens der Fisch-Hegegemeinschaft für uns (zahlende) Anglerschaft!!
In der heutigen digitalen Welt schafft es leider die Hegegemeinschaft nicht eine eigene Website zu betreiben, und zumindest mal einige Informationsdaten für die Angler zu hinterlegen. Bin oft in Bayern noch zum Angeln an einem Stausee bei Neuburg...da gibt der zuständige Angelverein sogar die Daten Preis welche Fische+Stückzahl in welcher Flussstrecke jedes Jahr eingesetzt werden.
Vielleicht ließt einer der Verantwortlichen der Fisch-Hegegemeinschaft Bad. Hess. Neckartal e.V. meine bescheidenen Zeilen...ich will nicht alles schlechtreden...sondern nur den ein oder anderen Impuls setzen um eine Verbesserung zu erreichen.

Vielleicht ist hier auch jemand dabei der etwas zu den Weißfischbeständen an der 1er Strecke sagen kann, ich habe es letztes Jahr mehrmals mit Wurm und Pose auf Barsch versucht....dabei war 1x!!!! ein Rotauge dabei...sonst nix!
Einen kleinen Lichtschimmer habe ich allerdings auch...seit letztes Jahr beobachten wir einen stätigen Rückgang der größeren Grundeln...dieses Jahr habe ich erst 4-5 größere als Beifang beim GUFi gehabt...das war auch schon schlimmer! Könnte es vielleicht sein das der Raubfischbestand doch größer ist als angenommen, das die Zander/Barsche dermaßen zuviel Grundeln vors Maul schwimmen, so daß sie unsere Kunstköder magelns Hunger einfach ignorieren?
Würde mich freuen wenn einige Leute hier mit diskutieren würden...und bitte " verzeiht die Schreibfehler"!
VG
Timo

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uwe
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Re: Etwas über den Fischbestand am Neckar

Beitragvon uwe » 15.06.2022, 13:04

Hallo Timo,

ich fische am 9er (Stuttgart) und stelle immer wieder fest, das die Zander und Barsche da sind, aber nicht beißen.
Meine Theorie ist das die ja gar nicht jagen müssen, sondern nur den Mund aufmachen und die Grundeln einsaugen müssen.
Auch habe ich letztes Jahr beobachtet das es nicht mehr so viele Grundeln sind.

Gruß und dicke Fische wünscht Uwe
Petri Heil und Dicke Fische wünscht Uwe

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Monnes
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Re: Etwas über den Fischbestand am Neckar

Beitragvon Monnes » 15.06.2022, 17:17

Hallo, was ich am Neckar zwischen Mannheim und Ladenburg feststellen kann ist, dass es extrem schwierig ist Räuber zu überlisten. Dieses Jahr habe ich noch keinen Zander oder Barsch gefangen. Zwar gehe ich nicht allzu häufig ans Wasser, doch seit Januar war ich bestimmt 15 mal draußen. Die Jahre davor waren zumindest die Barsche immer "fangbar". Momentan habe ich über Stunden das Gefühl "die Fische sind woanders." Vielleicht ist das auch so.

Auch ich kann bestätigen, dass der Grundelbestand scheinbar zurückgeht. Hat man vor 2-3 Jahren einen Gummifisch länger als 3 Sekunden am Grund liegen lassen, hat der Schwanz gefehlt. Inzwischen ist das kaum noch der Fall.

Und diese Feststellung treffen auch auf den Rhein und die Nebengewässer zu. Irgendwie gruselig.

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Re: Etwas über den Fischbestand am Neckar

Beitragvon wobbler1987 » 17.06.2022, 08:43

Für die Nürtinger Strecke kann ich sagen:

- Fisch vorhanden, wie überall, aber schwer zu überlisten.
Für Anfänger ist die Strecke wohl nicht geeignet, man muss viel Zeit investieren

Wenn ich solche öffentlichen Berichte lese und es dann auf meine Strecke deute, muss ich schon lachen...
Wenn das Land, Nabu und wer auch immer feststellt, dass am Neckar irgendwas nicht stimmt...schon witzig.
Z.b. gibt es an meiner Strecke keinen Schilf, Hecht wird aber wohl besetzt.
Müll an jeder Ecke, Partyplätze statt Angelplatz. Und seit das Nachtangeln erlaubt ist sind es wohl auch die Angler wo diversen Unrat zurücklassen....ist nunmal die Wahrheit.
Über freudige Angler wo Besatzforellen mit gescheuerten Flossen ziehen, grinse ich. Naja jedem seins...

Es fehlt an Schongebieten, Investitionen in den natürlichen Fluß!
Zu guter letzt, leider auch mehr Kontrollen.

Sich zurücklehnen, wie im Bericht, ist der leichteste und auch falsche Weg. Meine Meinung.

Seit gegrüßt
Nürtinger Strecke

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Re: Etwas über den Fischbestand am Neckar

Beitragvon Zander-Jäger » 20.06.2022, 12:17

Seid gegrüßt liebe Angelkameraden, insbesondere die alten Hasen,

ich befische den 9er Abschnitt seit dem Jahr 2021 mit mehr oder weniger Erfolg. 2021 konnte ich hauptsächlich Döbel fangen mit Grundel als Köfi, und ab und an nen Baby-Wels. Von Zander (der Zielfisch) keine Spur.

Diese Jahr gab es bislang nen 60er Döbel, 60er Karpfen und einen kleines Wels.

Wenn man dem gegenüber die Begehungstage stellt (ca. 30) sieht das schon etwas ernüchternd aus.

Wie war es früher am Neckar insb. am 9er ?

Wenn ich richtig informiert bin wurde der Neckar in Stuttgart ja in den 20er Jahren kanalisiert, demnach leuchtet es mir nicht ganz ein, warum es mit dem Bestand in den letzten Jahren so stark bergab geht.

Gute Laichplätze, Schilf etc. muss es ja schon seit fast 100 Jahren nicht mehr geben ...

Vielen Dank für eure Antworten

Liebe Grüße

Phil

Andrey
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Re: Etwas über den Fischbestand am Neckar

Beitragvon Andrey » 20.06.2022, 21:31

9er Abschnitt so wie ich es sehe:
mehr oder weniger gerader Kanal voll mit braunem eckelerregendem Abwasser (30% davon!), alles zubetoniert (im/außerhalb des Wassers), viel Schiffsverkehr der die braune Brühe ständig durchwirbelt, viele Angler aus der Stuttgart und Umgebung die die relativ günstige Jahreskarte haben und sonst nichts an alternativen Gewässern in der Nähe, plus Kormorane die die letzten Fische wegfressen...
Dass da noch irgendwelche Fische überleben, ist ein Wunder, und wahrscheinlich nur weil die überzälige Grundeln jeden Sch... aus der Kanalisation fressen können und die wenigen nicht verangelten Räuber genug von Grundeln zu fressen haben. Einen "normalen" Biotop gibt es dort so gut wie gar nicht, das sind fast post-apokalyptische Verhältnisse. Ist natürlich ein wenig übertrieben, und es gibt ein Paar Stellen am Wasser die nett sind, allerdings eher als Ausnahme, die die Regel bestätigt.
3 Fische in 30 Begehungstagen ist auch in etwa was ich dort erlebt habe, wobei ich meistens sehr kurz (max 2-3 Stunden) mit der Spinnrute unterwegs bin, meistens nur dann wenn ich meinen Sohn nach Stuttgart zum irgendwelchen Veranstaltungen bringe, und die Zeit dazwischen am Neckar verweile. Eigentlich könnte man ohne Rute am Neckar laufen mit fast gleichen Erfolg (hatte ein mal tatsächlich einen halbtoten Döbel am Ufer liegend gefunden).

Wenn ich nur irgendeine Alternative im der Gegend hätte, würde ich nie am 9er Neckar angeln gehen...
Abschnitt 9/Hafen

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Hans
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Re: Etwas über den Fischbestand am Neckar

Beitragvon Hans » 20.06.2022, 21:37

Andrey wie sieht es am Hafen aus.
Gruß Hans
Neckar Abschnitt 9

Andrey
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Re: Etwas über den Fischbestand am Neckar

Beitragvon Andrey » 20.06.2022, 21:54

Am Hafen ist es schön apokalyptisch, insbesondere bei den Abfall/Schrottbetrieben :)
Keine Seele, so gut wie kein (Raub)Fisch. Hab mal einen riesen Wels*kopf* ohne Wels vorbeischwimmen gesehen, hat entweder ein bescheuerter Angler entsorgt oder die Turbine... Also, gibts dort Welse.

welskopf.jpg
welskopf.jpg (39.71 KiB) 1588 mal betrachtet


Da ich selbst nur mit der Spinnrute unterwegs bin, hab ich dort ausschließlich Barsche gefangen, und nur im Herbst. Sonst sieht man Angelkollegen die (vermutlich relativ) gut Karpfen fangen, den Spuren an Ufer zu urteilen.
Abschnitt 9/Hafen

HHSCHOCK
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Re: Etwas über den Fischbestand am Neckar

Beitragvon HHSCHOCK » 20.06.2022, 23:58

Ich angle seit ca.65 Jahren am Neckar in Stuttgart. Bereits zu Zeiten als es noch keinen Hafen gab, aber in Obertürkheim eine Neckarschleife mit Kiesgrund. Fische gab es, Rotaugen, Döbel und ab und zu mal einen Hecht. Die hat der Angler gefangen der mich mitgenommen hatte. Ich habe dann im Neckarhafen gefischt. Und in den 80 igern gab es von einem Jahr zum andern, Gründlinge in unvorstellbaren Mengen, wie heute die Grundeln und Zander in jeder Größe. Man ging dann nicht zum Zander angeln an den Neckar, sondern um einen Zander zu holen. Dann kam ein extremes Hochwasser und alles war anders. Gründlinge weg. Zander weg. Die letzten Laichplätze entlang am Max-Eyth-See wurden von der WSA zugeschüttet. Es gab immer noch Lauben in rauen Mengen, Brachsen und Döbel. Dann kam der Kormoran und die Welt war wieder anders. Innerhalb weniger Jahre sank der Fischbestand um ca. 80%, Sehr genau dokumentiert von regelmäßigen Untersuchungen durch Biologen. Ca. 2000 haben die Angelvereine an allen Zuflüssen die Nase und Barbe als Besatz entdeckt und die haben sich prächtig entwickelt und waren plötzlich auch im Neckar zahlreich. Und haben offensichtlich noch mehr Kormorane angelockt die auch diese Bestände sehr schnell auf ein Minimum reduziert haben. Dazu kam eine Veränderung der Kleinlebewesen. Über den Blaumilchkanal kamen die Invasoren. Zuerst unbemerkt aber dann beherrschend. Der Höckerflohkrebs, 4-5 so groß wie der Bachflohkrebs der vorherrschende Fischnahrung war wurde zur Leibspeise des Höckerflohkrebses. Die Bestände sind heutzutage irgendwo kurz vor Null. Dann kam die Dreikantmuschel. Inzwischen besiedelt sie alle freien Räume im Neckar. Gefolgt von der Quagga Muschel. Diese sorgen als filtrierer inzwischen dafür, dass das Neckarwasser an vielen Tage ziemlich klar ist weil alle verwertbaren Schwebstoffe in den Muscheln landen. So kann als Zoobenton in Poppenweiler nur noch die Rote Mückenlarve nachgewiesen werden. Die Fischart die von den Muscheln profitiert ist der Karpfen. Die grasen Muschelbänke regelrecht ab und fressen die kleineren Exemplare die sie mit den Schlundzähnen leicht knacken können. Welse sind inzwischen auch zahlreich. die profitieren wie die Karpfen von der zunehmenden Erwärmung des Neckars und finden immer noch genug Fische, Krebse (nur noch invasive Arten), Säugetiere und Wasservögel. Die Wasserkraftwerke an den Staustufen wurden auf Schwellbetrieb umgestellt was für alle Laichplätze im flachen Wasser das Aus bedeutet hat.
Die Schifffahrt gibt es im Neckar schon ewig. In Stuttgart seit 1956 und seit 1970 bis Plochingen. Die können also nicht an den Veränderungen der letzten 20 Jahre schuldig sein. Die Klärabwässer sind im Durchschnitt besser gereinigt wie in früheren Jahren. Allerdings fehlen überall Kohlefilter um Medikamente und ähnliches zu eliminieren. Das wird ca.20 Jahre dauern bis das in allen Klärwerken eingebaut wird.
Aber was soll’s. Wir schütten lieber Wiesen mit Steinen zu um artfremde Eidechsen umzusiedeln anstatt dem Neckar zu helfen.
Vielleicht sollten wir Angler mal ein bisschen Greenpeacen um uns Gehör zu verschaffen.
Hans-Hermann Schock

Zander-Jäger
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Re: Etwas über den Fischbestand am Neckar

Beitragvon Zander-Jäger » 21.06.2022, 09:38

Danke für die ausführlichen Antworten !

Dann bleibt wohl nur noch das Prinzip Hoffnung ...

Von den Aktivkohlefiltern in Kläranlagen kann ich Gutes berichten.

In meinem Verein haben wir einen kleinen kanalisierten Bach (teilweise von uns renaturiert) gepachtet, ebenfalls mit ca. 60 % geklärtem Abwasser.

Seit dort Aktivkohlefilter installiert sind, hat sich die Unterwasser Fauna und Flora sichtbar verändert/ verbessert.

Wir konnten sogar die Bachforelle wieder etablieren, mit Eiern und "Brutkästen". Vorher sind uns die Forellen im Sommer meist verendet.

Naja der Neckar liegt halt vor der Haustüre und Angeln ist mehr als Fische fangen ;)

Mulich
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Re: Etwas über den Fischbestand am Neckar

Beitragvon Mulich » 22.06.2022, 17:48

Stimmt. In den 70ern/80ern gab es den Begriff "Schneidertage"
noch gar nicht. Weil es schlicht solche so gut wie nicht gab.
Heute dominiert dieser meine (unsere) Angeljahre fast komplett!

Der Neckar (ich spreche hier nur vom 9-1er / Hafen)
hat sich in den letzten 45 Jahren seit ich dort fische äußerlich so gut wie kaum verändert. Kraftwerk, Wehre, Schifffahrt gab es da schon immer. Wobei die Anzahl der Schiffe gefühlt sogar stark nachgelassen hat.

Was sich verändert hat ist der Wegfall der "Kinderstube"
im Ölhafen, die Vogelpopulation (Kormoran) und die Wasserqualität.
Und am letzteren sehe ich die Hauptursache (nicht an irgendwelchen fehlenden Schongebieten/Renaturierung oder Müll am Ufer. Das ist nur Kosmetik...was wir sehen wollen und sollen).

Damals eine trübe Brühe...mit massenhaft Kleinstlebewesen und Fische. Ohne irgendwelche Schongebiete und Schnick-Schack!

Heute fast klar...und kaum noch Leben.

Aber klares Wasser bedeutet noch lange nicht das darin Leben herrscht.

Wenn der Anfang der Nahrungskette so gut wie nicht mehr
existiert (scheint wie, als würde dieser herausgefiltert)...was erwarten wir dann?

Und es ist sicher nicht der böse Wels oder irgendwelches Partyvolk welches den Laubenbestand (und andere Kleinfische) zusammenbrechen ließ.

Es fehlt ganz einfach an Nahrung / Kleinstlebewesen und an einem "angepassten"
Vogelmanagement!

Und noch kurz was zu den fehlenden Schongebieten:
Nehmen wir mal den Rhein mit seinen Auen und zig-Altwasser. Laichplätze noch und nöcher
Aber sieht's dort besser aus?
Nein, schon lange nicht mehr!

Und auch in Zukunft ist keine Besserung zu erwarten.
Weder am Neckar noch Rhein.
Eher das Gegenteil ist der Fall!


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