Kormoran

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pat2411
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Kormoran

Beitragvon pat2411 » 01.04.2019, 23:41

https://www.stimme.de/heilbronn/nachric ... 97,4175727

Mich würde mal interessieren ob nach den Kormoranauswertungen der Angelkarten der Bestand auch Rückläufig ist. :?:
"mir doch egal wer dein Vater ist, solange ich hier angle geht hier keiner übers Wasser"

HHSCHOCK
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Re: Kormoran

Beitragvon HHSCHOCK » 02.04.2019, 10:58

Da ist nichts rückläufig. Entweder haben die sich verzählt oder sie lügen. Die Untersuchungen der LFUBW sagen da ganz andere Zahlen.

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pat2411
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Re: Kormoran

Beitragvon pat2411 » 02.04.2019, 23:39

Das hatte ich mir schon gedacht. Muss mal nach den Auszählungen vom meinem HN Verein nachfragen.
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Faulenzer
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Re: Kormoran

Beitragvon Faulenzer » 18.11.2019, 07:57

Ich habe diesen Samstag am 9/2er Abschnitt - 36 Stk. auf "Raubzug" an einem Fleck gesehen.
Gibt es eigentlich eine Zahl der in Stuttgart gemeldeten Kormorane? oder wieviel Tonnen Fisch
Ihm jährlich zum Opfer fallen?
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Fish-Assassin
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Re: Kormoran

Beitragvon Fish-Assassin » 18.11.2019, 08:44

Die Aussage, Kormorane würden sich vermehrt in Schutzgebiete zurückziehen, kann ich nicht glauben. Mein Eindruck ist eher, daß die Vögel weniger scheu sind als noch vor ein paar Jahren. Wenn sich ein Kormoran früher noch durch Hände klatschen aufschrecken lies, der in der Flussmitte sein Unwesen trieb, stören sich mittlerweile die wenigsten an Anglern. Sollten einige Brutkolonien ihre Reviere verlagert haben, dann einfach deswegen, weil das alte Revier nichts mehr hergibt.
Ich fische 2019 am 6er

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Faulenzer
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Re: Kormoran

Beitragvon Faulenzer » 18.11.2019, 10:27

Dann dürfte sich ja in den nächsten Jahren das Kormoran-Problem von selbst erledigen. Obwohl! Dann geht man bestimmt beim Sonntags Familienspaziergang, anstatt mit alten Brot für die Enten, mit frischen Doraden aus griechischer Aquakultur nach Cannstatt an den Neckar.
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HHSCHOCK
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Re: Kormoran

Beitragvon HHSCHOCK » 18.11.2019, 11:54

Kormoran pro Tag ca. 500 Gramm Fisch. Das ist die Menge der die Vogelschützer bisher nicht wiedersprochen haben. Inzwischen sind die Vogelschützer in ihren Aussagen teilweise bei 300 Gramm gelandet. Real sind eher 750 Gramm und 300 Gramm geschädigte Fische pro Vogel und Tag.
In BW 1200 Brutpaare = 2400 Vögel Pro Brutpaar und Jahr mindestens 2 Jungvögel = weitere 2400 Vögel. Die werden erst nach 3 Jahren geschlechtsreif. Also noch 2 Jahrgänge Jungvögl daszu = weiter 4800 Vögel.
Gesamt dann mindestens 9600 Kormorane. Können im Winter durch Zugvögel erheblich mehr sein.

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Faulenzer
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Re: Kormoran

Beitragvon Faulenzer » 18.11.2019, 13:21

Angenommen in Stuttgart würden 75 Kormorane Ihren Raubzug betreiben! Wäre diese Rechnung dann richtig?

Nahrung: 0,75 Kg x 75 x 365 = 20,5 Tonnen
Geschädigte Fische: 0,30 Kg x 75 x 365 = 8,2 Tonnen
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Re: Kormoran

Beitragvon HHSCHOCK » 18.11.2019, 14:16

Richtig gerechnet und verdeutlicht das Ausmaß der Katastrophe.

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Re: Kormoran

Beitragvon Fliegender Holländer » 19.11.2019, 10:21

750 Gramm Fisch pro Tag: Wo kommt denn die Zahl her? Ich kenne bisher 400 bis 500 Gramm. Ist natürlich auch von der Jahreszeit und der gefressenen Fischarten abhängig, aber immer großen Ganzen dürfte, auch mit Blick auf der Physiologie der Vögel, knapp ein Pfund pro Tag stimmen.

Beste Grüße

Kurt

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Re: Kormoran

Beitragvon HHSCHOCK » 19.11.2019, 11:26

Hallo Kurt,

die geschädigten Fische die meistens verenden müssen hinzugezählt werden. Grundsätzlich scheint es auch egal zu sein ob es 500 Gramm oder 750 Gramm sind. Schau die Rechnung von Faulenzer an. Die zeigt das Problem Kormoran deutlich auf.

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Re: Kormoran

Beitragvon HNX » 19.11.2019, 13:58

Also ich sehe relativ wenige in letzter Zeit - das war früher (subjektiv) empfunden viel mehr, im Gegensatz zu den Nilgäsen, deren Population explodiert.
---------------------------------------------------------------------------------------------------------
Abschnitt V

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Re: Kormoran

Beitragvon Fliegender Holländer » 19.11.2019, 14:09

Salút Hans-Hermann,

sorry, aber 50 Prozent mehr ist nicht "egal" sondern eine ziemlich signifikante Menge! So etwas kann Ökosyteme komplett verändern. Stell Dir einfach mal vor, wir hätten 50 Prozent mehr Hecht-Biomasse im Neckar. Wow...;-)

Auch würde ich gerne wissen worauf Deine Aussage, die meisten geschädigten Fischen würden verenden, beruht. Ich habe selbst schon öfters Barsche aber auch Rotaugen und sogar Zander mit bestens verheilten Narben, wahrscheinlich tatsächlich von Kormoran-Angriffen, gefangen. Das ist natürlich kein wissenschaftlicher Beleg, sondern nur eine Beobachtung. Dennoch schafft es offenbar einen Teil der Geschädigten, zu überleben. Womöglich ist auch das ein signifikanter Anteil. Hast Du vielleicht Zahlen?

Wenn wir als Angler manchen Vogelschützern vorhalten, sie würden nicht fundiert argumentieren, dann dürfen wir selbst diesen Fehler auch nicht machen. Ohne Fakten kein Fortschritt, schon gar nicht in Ökologie und Naturschutz.

Beste Grüße

Kurt

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Re: Kormoran

Beitragvon HHSCHOCK » 19.11.2019, 14:26

Hallo,

zu meinen Aussage gibt es fundierte Untersuchungen der Fischereiforschungsstelle in Langenargen, der LFUBE sowie vom Thünen Institut Meeresbiologie.
Wir müsssen uns hier auch nicht mit fehlgeleiteten Vogelfreunden auseinandersetzen. Die verlangen, obwohl zigfach vorhanden immer wieder neue Untersuchungen.
Ich sage hier jetzt nicht was ich von solchen Leuten halte, aber wer mich kennt weiss dass ich in Diskussion mit diesen Vögeln klare Worte über ihren Geisteszustand und ihr Lebenseinstellung sage.

Zusatz: 50% mehr Hecht wären in einem Jahr als besonders leichte Kormoranbeute wieder verschwunden. Aber das ist hypothetisch da die Hechte dank Kormoran keinen solchen Zuwachs erreichen können. Und wenn, dann würden sie immer noch deutlich weniger fressen wie die Kormorane.

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Re: Kormoran

Beitragvon Fliegender Holländer » 20.11.2019, 10:08

Moin Hans-Hermann,

ich habe mal ein wenig recherchiert, aber ich finde diese Studien nicht. Hast Du genauere Angaben (Autoren, Publikationsjahr etc.)? Ich bin lediglich auf den bekannten Untersuchungen von Adámek, Kortan & Co. zu Nekrosen, Parasitenbefall etc. bei Teichfischen gestoßen, und eine Studie aus Nordwestitalien zu der kormoranbedingten Verletzungshäufigkeit bei dortigen Hechten in Baggerseen (Delmastro et al.-European Journal of Wildlife Research 2015). Sonst nix.

Was den hiesigen Hechten betrifft: Meine Bemerkung war reines Wunschdenken eines eingefleischten Hechtfans, der sich über ein paar mehr Esoxe vor der Haustür freuen würde...;-) Über deren Mehrverzehr an anderen Fischen würde ich mir keine Sorgen machen. Allerdings liegt es nicht am Kormoran, dass wir im Neckar zuwenig Hechte haben, sondern am Fehlen von geeigneten Laichplätzen, wie wir schon mal diskutiert haben. Mir stört, dass der Kormoran immer wieder als Sündenbock für mangelnden Gewässerschutz und verschleppte Renaturierung herhalten muss. Damit wird von den größten Problemen abgelenkt. Beispiel Mecklenburg-Vorpommern: Massenweise Kormorane, und gleichzeitig Hecht satt. Wie kommt das wohl zustande?

Beste Grüße

Kurt


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