Bau eines Flussbarsches

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Skipper
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Re: Bau eines Flussbarsches

Beitragvon Skipper » 21.02.2018, 08:21

Vielen Dank Leute!!

Gruß Jörg
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Re: Bau eines Flussbarsches

Beitragvon Skipper » 26.02.2018, 00:20

Es geht weiter. Die letzten zwei Tage mußte ich einfach mal meine Finger ausruhen. Die Belastung für die Knöchel ist nicht von schlechten Eltern. Ich arbeite fast ausschließlich von Hand und ein Tag mit Blechschere und Kombi-Zange ist wie 1000 Nüsse knacken. Spätestens wenn sich die Finger anfühlen als könnten sie brechen sollte man mal pausieren :-D Dafür hatte ich Zeit zum Nachdenken und so ist der Bauch entstanden. Er soll dem Barsch ja nicht nur eine "erfolgreiche" Form geben, sondern auch die Energie-Quelle schützen. Ist wahrscheinlich im Detail noch Änderungen unterworfen, aber die Grundform des Bauches steht - hängt - wie auch immer :-D


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Gruß Jörg
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Re: Bau eines Flussbarsches

Beitragvon Skipper » 01.03.2018, 18:26

Das Gesicht, die Augen, der Blick -ganz wichtig. Will man ihm begegnen, weit draußen wo das Wasser unter einem tief und vor allem pechschwarz ist? Wie gut dass Flussbarsche keine 2 Meter groß werden :-D

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Mitschman
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Re: Bau eines Flussbarsches

Beitragvon Mitschman » 02.03.2018, 10:00

Das "Barschgesicht" ist richtig gut getroffen. Sehr sehr cool, Jörg!
Arbeitest Du nach Bildern als Vorlage?

Viele Grüße von Michael

Skipper
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Re: Bau eines Flussbarsches

Beitragvon Skipper » 02.03.2018, 12:16

Danke Mitschman!
Ich versuche so weit wie möglich ohne Bilder, Vorlagen oder Entwürfe aus zu kommen. Das geht aber in diesem speziellen Fall eher schlecht -ein Barsch für einen Barschangler -da muss zumindest die Anatomie stimmen und die charakteristischen Merkmale müssen an ihrem Platz sein. Dafür googel ich dann einfach ein Bild von einem Barschskelett , zeichne die Positionen der, in dem Fall, Bauchflossen aufs Metall, das wars aber auch schon. Bei allem anderen nutze ich meine künstlerische Freiheit und meine Erinnerungen und Eindrücke die ich selbst beim Barschangeln und Beobachten gemacht habe.
Baue ich dagegen z.B. ein reines Fantasie-Wesen benutze ich überhaupt keine Bilder, dann lasse ich meiner Vorstellungskraft freien Lauf und hoffe, dass meine Finger das dann auch umsetzen können :-D

Gruß Jörg
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Re: Bau eines Flussbarsches

Beitragvon Skipper » 02.03.2018, 13:12

Er lernt schwimmen :-D Die Montage auf einen Sockel ist auch immer so eine Sache. Der Sockel trägt zu einem großen Teil zum Erscheinungsbild bei und der falsche Sockel kann wirklich schaden. Beim Barsch schwanke ich noch zwischen einem Stück Treibholz, Stein oder Metall. Urig muss es aussehen.
Als Arbeitsmusik dazu :
https://www.youtube.com/watch?v=bHeVIFF-Yk8

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rustaweli
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Re: Bau eines Flussbarsches

Beitragvon rustaweli » 03.03.2018, 12:53

Sieht wirklich richtig gut aus, Jörg!
Ein Sockel aus Metall in Wasserform wäre doch passend.
Klasse Arbeit bisher.
Petri und Gruß
Marco

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Re: Bau eines Flussbarsches

Beitragvon Skipper » 04.03.2018, 10:57

Danke Marco!
Hatte ich dran gedacht, aber nicht in Wasserform, sondern am liebsten würde ich ein Stück Flussgrund nachbilden. Aber das ist ein enormer Aufwand und ich muss auch wirtschaftlich denken. Ich müsste dafür aus Steinen, Sand und was sonst noch zu einem natürlichen Flussbett gehört einen Untergrund gestalten, davon eine Negativform aus Gips oder besser Wachs anfertigen, das ganze dann in Formsand betten und anschließend mit Alu oder Bronze ausgießen. Muss man sich gut überlegen, letztendlich geht es um den Effekt. Und kein Mensch kann in meinen Kopf sehen und wissen, wie es hätte aussehen können. Wenn ich also mit weniger Aufwand den gleichen Effekt erzielen kann, dann mache ich das. Ich bekomme ja nicht mehr dafür, wenn ich noch 10 Stunden dran hänge die nicht verlangt waren. Da darf man sich nicht verzetteln. Auch Künstler zahlen Steuern, Sozialabgaben, Miete usw. und in 10 Stunden mehr lebt man auch nicht von Luft und Liebe. Freischaffender Künstler zu sein ist ein 1-Mann-Unternehmen mit persönlicher Haftung, zumindest wenn man keine Assistenten, keinen Steuerberater und keinen Agenten hat (Ok, Steuerberater hab ich, geht nicht ohne). Dazu braucht man dann noch einen Fotografen, bzw. Fotografin, ich arbeite lieber mit Frauen, dann am besten noch eine Web-Designerin und verdammt noch mal Gott gebe mir eine Haushälterin :-D
Also gehe ich einfach an den Neckar, suche ein Stück Treibholz, welches perfekt zum Barsch passt. Stein wäre noch besser, ist aber ein Gewichtsproblem.
2 Stunden suchen bei schönem Wetter am Neckar gegen ca. 8-10 Stunden echte Arbeit bei fast gleicher Effektivität - da muss ich nicht lange überlegen :D Sollte ich irgendwann nicht mehr rechnen müssen dann bekommt so ein Fisch eine perfekte Nachbildung eines Flussgrundes aus Metall als Sockel, sogar aus Gold mit Brillanten verziert wenns gezahlt bzw. verlangt wird 8-)
Lange Rede kurzer Sinn: Es wird ziemlich sicher ein Sockel aus Treibholz.
Gruß Jörg
Zuletzt geändert von Skipper am 04.03.2018, 11:39, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Bau eines Flussbarsches

Beitragvon rustaweli » 04.03.2018, 11:30

Servus Jörg!

Auch Treibholz kann man schön gestalten.
Mein Onkel, auch Angler, durch in habe ich viel gelernt und bin in der Kindheit ans Fischen gekommen, hat auch oft sowas gemacht. Er liebt die Natur, geht Fischen, in die Pilze und hat Sonden zum "Schatz" suchen. :D Er hat auch viel gebastelt, jedoch nicht in Richtung Kunst so wie Du. Aus Schwimmwesten und zu Silvester gesammelten Raketenstielen(feine dünne, gab es in der DDR sehr häufig) baute er sich selbst unterschiedlichste Schwimmer selbst. Aus Holz oder Küchenbrettchen machte er auch oft Deko für sein Schatz,- und Angelzimmer. Das war voll davon nebst Natur und Fangfotos.
Meist beklebte er die Hölzer mit Steinen, Muscheln, Sand und ausgetrockneten Krabben(hatten damals an der Elbe ne regelrechte Plage). Je nachdem standen sie oder hingen lackiert an der Wand. War immer schön anzusehen.
Petri und Gruß
Marco

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Re: Bau eines Flussbarsches

Beitragvon Skipper » 04.03.2018, 11:54

Wirst lachen, aber genau das mach ich jedes Jahr nach Sylvester. Den Kork hole ich allerdings nicht aus Schwimmwesten sondern von den vielen Sektkorken die nach Sylvester hier überall rum liegen. Und ich nehme auch die Stäbe von Raketen und schnitze daraus die Stäbe für die Schwimmer. Damit überbrücke ich gern unkreative Phasen. Hab ich selten, bin schon irgendwie ein Vollzeit-Spinner, aber Schwimmer habe ich immer mehr als ich brauche :lol:
Und witzigerweise waren die Stäbe von Sylvester-Raketen der Beginn meiner Heidelberger Künstler-Karriere. Ich habe damals für meiner erste Ausstellung hier alles mögliche aufgeboten, klassische Schnitzereien, Schmiedearbeiten, Themen-werke -wollte einfach zeigen was ich als gelernter Handwerker und jetzt Künstler drauf habe. Aber auf was sich die Kunstinteressierten sofort gestürzt haben waren primitive Schiffs-Skelette aus den Stäben von Raketen, die ich 4 Wochen unter Licht ins Wasser gelegt hatte, damit darauf alles Mögliche wächst um eine Patina zu bilden.
War eine Erfahrung :lol: :lol: :lol:

Ps. Eine Sonde hatte ich auch mal, hab sie verkauft um von dem Erlös den Angelschein machen zu können.
Zuletzt geändert von Skipper am 04.03.2018, 12:30, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Bau eines Flussbarsches

Beitragvon Skipper » 04.03.2018, 12:09

Nur so als Beispiel: Was fand wohl mehr Beachtung, Objekt auf Bild 1 oder 2 :? :lol: :lol: :roll:

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Kunst ist schon echt witzig und unberechenbar, kein Job, eher ein Abenteuer :lol:
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Re: Bau eines Flussbarsches

Beitragvon Skipper » 08.03.2018, 19:56

Eine kleine Anekdote aus dem Leben eines Künstlers: Heute morgen bin ich extra um 8 Uhr aufgestanden, um für die Straßenbahn in den Nachbarort um 10 Uhr fit zu sein ( Ich hatte bis 4 Uhr morgens gearbeitet, klappt einfach besser wenn es dunkel ist) . Bei meinem Materialwarenhändler angekommen musste ich feststellen, einen Tag vorher hatte er all sein Kupfer an die Chinesen verkauft. Ich kann ja verstehen, dass sie ihr riesiges Land verkabeln müssen und das diese große (sozialistische)Aufgabe wichtiger ist als meine Kunst. Aber verdammt nochmal, mich gibt es auch!! 4 Gitterboxen hab ich durchwühlt, voll mit Kupferschrott, den nicht mal die Chinesen haben wollten. Ich brauchte doch nur ca. 50 qcm um meinen Barsch fertig zu stellen. Und dann plötzlich in einer Gitterbox, seltsam versteckt, entdecke ich es, das für mich perfekte Kupferblech. Ca. 350qcm, viel mehr als ich brauche, nach DIN und EU-Norm "was weiß ich", ein unbenutztes Stück Edel-Dachrinne, vom Feinsten ca. 98,8% reines Kupfer. Ich kann mein Glück kaum fassen. Der Angestellte, der mich die ganze Zeit begleitet hatte und jede Sekunde mit Rat und Tat zur Stelle war(!), blickte plötzlich misstrauisch drein, aber meine offensichtliche Freude über den Fund (und sicher auch mein für einen Besuch auf dem Schrottplatz unübliches Outfit: Schwarzer Mantel,schwarze Cargo-Hosen, blau verspiegelte Sonnenbrille bei bewölktem Himmel Anfang März) veranlasste ihn augenblicklich seinen Chef herbei zu rufen ( Künstler sein ist eine Sache, aber Künstler "leben" ist einfach geil, in jeder Beziehung, man steht einfach über den Dingen! ;-) ) .
Großer Auftritt: Der Chef kommt, erkennt mich, freut sich offensichtlich: "Meeensch, schon wieder im Lande, schon alles verbaut!!?" (Der Angestellte entspannt sich sichtlich :-D ) "Was haben wir denn hier, 750 Gramm feinstes Dachrinnen-Kupfer - naja, sagen wir 5 Euro. Und gleich passend und mit nem Schein mit Eselsohren. naja Künstler! (und lacht)". Vor 5 Jahren hätte ich dafür das 10 fache gekriegt, aber naja, die Chinesen halt. Ich bin glücklich. Er auch. Er, weil er aus seiner Sicht taktisch gedacht und gehandelt hat. Richtig so. Nur deshalb kann ich mein "Werk" vollenden, nur deshalb bin ich gut gelaunt bei jedem Besuch bei ihm und deshalb erzähle ich ihm Geschichten aus der Welt der Künstler und preise ihn bei für mich besonderen Künstlern als Geheimtipp für Material und Inspiration an. Verdient er dran, und nicht wenig. Sogar Fotografen und ihre Modells nutzen seinen Materialhandel mittlerweile als Location. Ist auch wie geschaffen dafür, eine Mischung aus Mad Max, SteamPunk und Undervers -absolut genial!
Sowas macht man dezent, streng nach der Regel: Wenn du etwas für andere tust, dann so, dass niemand weiß wer es war oder dass überhaupt etwas getan wurde. Nur so bleibt es uneigennützig und schließt den Kreis. Es können dann so viele Chinesen, Amerikaner oder was sonst noch auflaufen -ich kriege mein Kupfer, ich habe keine Sorgen, muss nur mit dem Chef reden :-D

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Re: Bau eines Flussbarsches

Beitragvon Skipper » 11.03.2018, 17:47

Der Barsch hat seinen Sockel -ein Sandstein aus dem Neckar. Er wiegt ungefähr 8-10 Kilo und ich habe ihn 3 Kilometer weit am Neckar entlang durch die Stadt getragen, aber das wars wert.
Eine Sache ist allerdings noch zu tun, man sieht es sofort, ich muss das Kabel verstecken. Dazu muss ich es verlängern und in ein dünnes Messing-Röhrchen verlegen. Doch ironischerweise: Ich habe mehr Zeug und Krempel als in meinen kleinen Turm eigentlich rein passen sollte, aber wie im Film "Das Boot" fehlt zum Schluss für 40 Pfennig Draht -bzw. Kabel für 20 Cent. Dafür muss ich dann morgen nochmal in den Baumarkt, aber im großen und ganzen ist er fertig. Ab morgen Abend kann sich Andreas Endlich von https://barsch-junkie.de/ seinen Flußbarsch abholen.

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Re: Bau eines Flussbarsches

Beitragvon twin » 11.03.2018, 17:55

Wow ist echt super Geworden. Sehr cooles Projekt das ich gerne verfolgt habe hier im Forum.
Ich angle am 7er.

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Re: Bau eines Flussbarsches

Beitragvon Thai Carp Jo » 11.03.2018, 18:48

Servus Jörg,

Respekt an dich, sehr Nice und stimmig das Kunstwerk hast Super hinbekommen.

Gruß der Jo
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